Aschermittwoch der Künste 2013, Bild: Dethard Hilbig / Evangelische Zeitung

Kulturkirchen

Vier signifikante Kulturkirchen werden von 2013 bis 2017 mit jeweils 200.000 Euro gefördert: 

Ev.-luth. Pauluskirche, Bremerhaven-Lehe

Pauluskirche Bremerhaven, Bild: privat

Zur Eröffnung der Kulturkirche in Bremerhaven-Lehe tanzte am 5. März 2014 das Ballettensemble des Stadttheaters Bremerhaven vor rund 130 Gästen aus Kunst, Kultur, Gesellschaft und Kirche nach Liedern und Textfragmenten aus mehreren Jahrhunderten. "In Bewegung" war das Thema zur Eröffnung und des 16. Aschermittwochs der Künste, zu dem die Pauluskirche, die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers und die Hanns-Lilje-Stiftung nach Bremerhaven-Lehe eingeladen hatten.
Anschließend loteten Landesbischof Ralf Meister und Intendant Ulrich Mokrusch aus, wie sehr die Kirche den Assoziationsrahmen der Choreographie verändert, einerseits hemmt, andererseits aber auch öffnet und inspiriert. Deutlich wurde: Die Körperlichkeit im Zentrum irritiert und bereichert, sie ist ungewohnt für die Kirche des Wortes. So räumte Landesbischof Meister ein, dass der Tanz Gefühle so eindrucksvoll wiedergebe, wofür er viele Worte brauche. Auf diese Weise begegneten sich Kunst und Kultur mit Kirche und Theologie spannungsreich und produktiv. Sie stellten existentielle Fragen. Sie lassen sich darauf ein, sich gegenseitig zu kommentieren, zu provozieren und auch Antworten zu wagen.
 

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Ev.-luth. Martin-Luther-Kirche, Emden

Martin-Luther-Kirche Emden, Bild: privat

Kooperation zwischen Museum und Kulturkirche:

Seit 2009 wird die am Aschermittwoch beginnende Passionszeit sechs Wochen lang jeden Mittwoch von 18.15 Uhr bis 19.00 Uhr mit einer Passionsandacht der besonderen Art begleitet. Die Andacht wird durch eine kunstgeschichtliche Betrachtung eines Bildes, die Predigt über einen Bibeltext, musikalische Stücke an der Truhenorgel und mit Gemeindegesang gestaltet. Dieses Veranstaltungsformat ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Landesmuseum, dem Sprengel Ostfriesland und der Martin-Luther-Kirchengemeinde in Emden. Gerade dieses Format und diese Kooperation waren ein wichtiger Aspekt für die Entscheidung der Landeskirche Hannovers und der Hanns-Lilje-Stiftung, die Martin-Luther-Kirche in Emden vier Jahre als „signifikante Kulturkirche“ zu fördern.
 

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„MarkusKulturKirche“ – Ev.-luth. Markus Kirchengemeinde, Hannover

Vom Eigenen erzählen, von anderen hören:

Vom 26. September bis zum 5. Oktober 2014 wird die Markuskirche als eine der vier geförderten „Signifikanten Kulturkirchen“ das 17. Festival der Erzählkunst veranstalten.
Erzählen und Zuhören ist die direkteste und persönlichste Form der Kommunikation, die Erzählkunst die Urform der darstellenden Kunst. Im Unterschied zum Schauspiel und zur Lesung lebt das Erzählen vom freien Sprechen und Gestalten von Texten. Ohne Buch und mit nur wenigen Requisiten trägt der Erzähler Geschichten frei vor. Damit weckt er die Fantasie seiner Zuhörerschaft. Seine Stimme, Gestik und Mimik lassen beim Zuhörer eigene Bilder und Vorstellungen entstehen.
Erzählen fördert den Dialog zwischen den Kulturen. Erzählen ist interkulturell, viele Erzählmotive sind weltweit überliefert.Traditionelle Märchen aus aller Welt prägen die Einzelveranstaltungen.
Generationsübergreifend bezieht das Projekt unterschiedliche Altersklassen durch gemeinsames Singen und Darstellen in die Ausführung und Umsetzung ein.
 

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Literaturhaus St. Jakobi Hildesheim – Ev.-luth. St. Jakobi-Kirche

St. Jacobi-Kirche Hildesheim, Bild: privat

Die bisherige Citykirche in Hildesheim verwandelt sich in einen Ort literarischer und spiritueller Impulse: Das Literaturhaus St. Jakobi Hildesheim öffnete am 30. April 2014 um 19 Uhr seine Türen für einen ersten Einblick.
Bei diesem „Prolog“ erzählte Hanns-Josef Ortheil, Schriftsteller und Professor für Literarisches Schreiben, von der Erfindung des Pilgerns , begleitet von Vorworten des evangelischen Landesbischofs Ralf Meister, des Oberbürgermeisters Ingo Meyer, Prof. Dr. Christian Schärf als Leiter des Instituts für Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim und den Macherinnen und Machern von prosanova.

Der Name „Literaturhaus St. Jakobi Hildesheim“ beschreibt durch seine drei Elemente die inhaltliche Kontur des Programms: Im Literaturhaus verdichten sich Sprache und Geschichten, Literatur und Gegenwart. St. Jakobi steht für den Ort als Pilgerkirche mit ihrer reichen gottesdienstlichen und spirituellen Tradition. Der Bezug zu Hildesheim markiert die feste Verankerung in Stadt und Landkreis Hildesheim als Heimat dieses Projektes.

In den nächsten Jahren soll St. Jakobi inmitten des städtischen Zentrums zu einem Ort werden, an dem literarische Arbeit, spirituelles Leben und öffentliches Gespräch in wechselseitig fruchtbarer Form zusammenkommen.

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Innenaufnahmen

Lichterklänge in der Pauluskirche Bremerhaven, Bild: privat
Literaturkirche St. Jocobi Hildesheim, Bild: privat